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Donnerstag, 15. März 2018

B wie "back to the 80s"

Wem sagt eigentlich noch der Begriff "Bandsalat" etwas oder weckt der Anblick von Birkenstocksandalen, weiten Blusen und Blazern mit Schulterpolstern oder Bundfaltenhosen nostalgische Gefühle?  Wer ist wie ich ein Kind der 80er und aufgewachsen in einer Zeit mit Büchern, Briefen und Briefmarken? Wer kennt sich noch aus mit Münztelefonen bzw. Telefonen mit Wählscheibe? Ins Schwimmbad ist man mit Badeanzug und Badekappe statt Bikini gegangen. Fahrradfahren war natürlich besonders cool auf einem Bonanzarad mit Bananensattel und Hirschgeweihlenker. Leider aber auch etwas unbequem wegen des Sattels aus hartem Plastik und der ungefederten Vollgummireifen. Beweisfoto gefällig? 



In den 70ern wurde man von Mama sogar noch bestrickt und Kniestrümpfe zum kurzen Röckchen waren Pflicht! Ich glaube, ich war damals schon ein ziemlich heißer Feger....


Als mir dann auf dem Stoffmarkt dieses Wachstuch mit Kassetten unter die Finger geriet, war es um mich geschehen. Ich wusste sofort, das wird ein Klappendeckel für eine neue Arbeitstasche. 



Wer hat wie ich vor dem Kassettenrekorder gesessen, die Hitparade gehört und bei tollen Liedern schnell die Aufnahmetasten gedrückt?  Um so ärgerlicher war es, wenn dann mitten im Lied eine "dringende Verkehrsdurchsage" kam oder aber der Moderator ins Ende des Lieds gequatscht hat. Der Horror jedoch war Bandsalat. Man machte den Rekorder auf und zog mitsamt der BASF-Kassette ein meterlanges schmales zerknülltes Band heraus. Natürlich genau das Stück mit dem Lieblingssong. Da half natürlich nur eins: Der gute alte Bleistift.

Nun aber zu meiner neuen Retro-Arbeitstasche nach dem Schnittmuster Juniz. Den Klappendeckel habe ich jedoch um einige Zentimeter verlängert. So passt auch noch ein dicker Aktenordner hinein und die Klappe schließt die Tasche komplett.



Befestigt habe ich den Klappendeckel mit Klettband. So bin ich flexibel und kann eventuell auch noch den Deckel meiner alten Tasche anbringen.


Der Außenstoff ist aus einem festen, wasserabweisenden Köper, den ich noch mit H250 verstärkt habe. An einigen Stellen war es schwierig, mit der Nadel durchzukommen. Dafür habe ich jetzt eine Tasche mit guter Standfestigkeit, die mich täglich begleiten darf.




verlinkt mit: RUMs

Donnerstag, 18. September 2014

Juniz

Ende 2012 habe ich mir diese Collegetasche nach dem Schnittmuster Juniz genäht. Stolz wie Oskar bin ich mit dieser Tasche herumgelaufen, war es doch mein erstes größeres Werk.



Sogar Paspeln hatte ich zum ersten Mal selber hergestellt und eingenäht.


Was ich allerdings noch gar nicht richtig beachtet hatte, war die richtige Materialwahl. Schon nach wenigen Tagen ging vom Klappendeckel das Wachstuch kaputt. Die Risse waren nicht wirklich schlimm, habe die Tasche deshalb trotzdem benutzt.
Bis meine Tochter der Juniz den letzten Feinschliff verpasst hat: 


Da ich nicht gerne repariere und auf dem Stoffmarkt keinen farblich passenden Klappendeckelstoff auftreiben konnte, hat die Tasche erst mal ganz lange auf dem Reparaturstapel gelegen.
Letzte Woche konnte ich mich doch aufraffen und habe den Deckel repariert. So schaut meine neue alte Tasche nun aus:


Für die stark beanspruchten Stellen des Klappendeckels habe ich laminierten Stoff verwendet. An den nicht so stark beanspruchten Stellen dürfte das Wachstuch jetzt halten.
Weil ich keine Lust hatte, beim Annähen der Klappe die komplette Tasche auseinanderzunehmen, habe ich einfach ein Klettband an den oberen Taschenrand genäht. Jetzt habe ich die Möglichkeit, jeden weiteren beliebigen Klappendeckel an der Tasche zu befestigen.

 

Mit dieser reparierten Juniz gehe ich jetzt zur Arbeit. Danach werde ich mir in Ruhe all die Sachen anschauen, die die anderen Damen heute so beim RUMS präsentieren.