In meinem Blog möchte ich eigentlich nur Prachtstückle zeigen. Heute mache ich jedoch mal eine Ausnahme und zeige meine größten DIY-Debakel (inspiriert von Biggis Frage nach meinem miesesten DIY-Ergebnis). Dieses Kleidprojekt war auch der Anlass, weshalb ich so lange nichts mehr für mich genäht habe...
Letztes Jahr wollte ich mir für eine Familienfeier ein Kleid nähen. In der Simplicity "Meine Nähmode" 3/2014 hat mir das Modell 24 sehr gut gefallen.
Obwohl die Nahtzugabe (von 1,5 cm) schon enthalten war, hat das Abpausen des Schnittmusters ewig gedauert. Die Nähanleitung war verständlich und gut umsetzbar. Mit Hilfe des www weiß ich jetzt auch, was die Begriffe "eine Stütznaht steppen" bedeuten.
Für mein Probemodell habe ich einen 5€ Jerseycoupon vom Stoffmarkt verwendet. Schon beim Nähen kam mir das Oberteil sehr groß vor, was sich bei der ersten Anprobe leider bestätigte. In der Oberweite war es ganze 23 cm zu weit. Also habe ich noch einmal kontrolliert, ob ich beim Abpausen des Schnittmusters einen Fehler gemacht hatte. Nein, alles hatte seine Richtigkeit. Auch meine Oberweite stimmte mit den Angaben im Heft überein.
Aufgeben kam mir aber nicht in den Sinn. Da ich keine Schneiderpuppe besitze, musste ich das Oberteil am eigenen Körper mit Stecknadeln verkleinern. Ich habe keine Ahnung, wie oft ich das Teil an- und ausgezogen habe. Nach einer Nachtschicht sah das Schnittmuster dann so aus...
...alle schwarz markierten Stellen sind weggefallen.
Die Rockbahnen waren ebenfalls zu weit. An jeder Seitennaht musste ich noch noch ca. 5,5 cm wegnehmen. An der Taille und der Hüfte war das Kleid ca. 22 cm zu weit, obwohl meine Taille 4 cm und meine Hüfte 2 cm weiter war als für die Gr. 38 angegeben.
Bei der Präsentation meines Probemodells sind meinem Mann die Gesichtszüge erstarrt. "Das willst du doch nicht anziehen", war alles, was ihm zu entlocken war. Ich gebe ja zu, der Stoff war ein farblicher Fehlkauf...
Also habe ich mich ans Werk gemacht und die schönen Stoffcoupons angeschnitten. Damit das Kleid noch besser sitzt, habe ich in die obere Kante vom Rückenteil ein durchsichtiges Elastikband mit eingenäht. Da ich bei dem zweiten Kleid für den Rockteil einen einfarbigen Stoff gewählt habe, ist mir erst bei der Anprobe aufgefallen, dass das Kleid an meinen Hüften und am Bauch sehr unvorteilhaft aussieht. Frustriert habe ich das unfertige Kleid (die Stecknadeln stecken noch im Saum, denn ich konnte mich für keine Länge entscheiden) in den Kleiderschrank gestopft (in die hinterste Ecke!!!). Nur zum Fotografieren für diesen Post durfte es kurz den Schrank verlassen.
Erst jetzt fällt mir auf, dass durch das Wegnehmen vom Stoff an den Seitennähten die Abnäher viel zu weit nach außen gerutscht sind. Die hätte ich auch weiter in die Mitte verschieben müssen.
Wer hat auch Kleidungsstücke aus diesem Heft genäht und ähnliche Erfahrungen gemacht? Beim Durchblättern der Zeitschrift ist mir nur noch aufgefallen, dass die Modelle 54 bis 56 (sogar mehrfach im Heft abgebildet) gar nicht als Schnittmuster im Heft enthalten sind.
Mein Bedarf an Simplicityschnitten war gedeckt, aufgeben kam für mich allerdings nicht in Frage. Deshalb ging es weiter mit Kleid Nummer 3. Hier habe ich versucht, ein sehr figurschmeichelndes Kleid (leider schwarz) aus meinem Fundus zu kopieren. Es ist leider viel zu eng geworden. Träger und Reißverschluss habe ich erst gar nicht mehr eingenäht.
Meinem Mann hätte es eh nicht gefallen, er war der Meinung, der Stoff würde ihn an eine Gardine erinnern.
Auf den letzten Drücker bin ich also in die Stadt gefahren und habe mir innerhalb von nur 3 Stunden ein perfektes Outfit inklusive Schuhen gekauft. Das hätte ich viel früher machen sollen...
Mit diesem Beitrag verlinke ich mich in diesem Jahr zum ersten Mal wieder beim "Me Made Mittwoch", auch wenn die Kleider nicht wirklich tragbar sind. Wer jetzt denkt, ich hätte den Traum nach einem selbst gefertigten Kleid aufgegeben, der irrt...ich habe nur einfach mal ein halbes Jahr Abstand von dem oben geschilderten Misserfolg gebraucht. Mein gelungenes Exemplar nach einem anderen Schnittmuster werde ich vielleicht im nächsten Post zeigen.







